Ganz normal anders!

Standpunkt des Synodalrats (2011)

Die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn engagieren sich für eine Gesellschaft, in der sich Menschen mit Behinderung wohlfühlen und an der sie partizipieren.

Menschen mit Behinderung bringen eine – vielleicht ungewohnte – Dynamik ins Leben einer Kirchgemeinde. Sie bewusst in die Aktivitäten mit einzubeziehen, ist Herausforderung und Chance zugleich. Allerdings sollen nicht die Defizite dieser Menschen ins Zentrum gestellt werden. Vielmehr geht es darum, ihre besonderen Fähigkeiten und Ressourcen als Bereicherung für das Leben der Kirchgemeinde erfahrbar zu machen:

  • Menschen mit Behinderung sind oft gute „Könner im Nicht-Können“. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zu einer Kultur, in der füreinander gesorgt wird.
  • Gottesdienste, die Menschen mit Behinderung einschliessen und viele Sinne ansprechen, überwinden Grenzen der Kommunikation. Sie loben Gott buchstäblich mit Herzen, Mund und Händen.
  • Innerhalb des religionspädagogischen Handelns der Kirche hat die heilpädagogische KUW ihren unverzichtbaren Platz.
  • Eine „inklusive“ Kirchgemeinde ist Brückenbauerin zwischen unterschiedlichen sozialen Räumen.
  • Alle Menschen haben besondere Begabungen und Fähigkeiten. Sie haben ein Recht darauf, nicht über ihre Defizite definiert zu werden. Die Würde des einzelnen Menschen vor Gott ist unbedingt.
  • Die Zusammenarbeit mit Menschen mit Behinderung setzt vielfältiges und spezialisiertes Wissen voraus.

Generell wichtige "Bausteine" für das Kirchgemeindeleben sind der wertschätzende Umgang mit Menschen mit Behinderung und deren konkreter Einbezug: Gemeinde bauen und entwickeln bedeutet auch, die Kirche als Gemeinschaft ganz unterschiedlicher Menschen zu entdecken und zu gestalten.

Menschen mit Behinderung sollen uneingeschränkt am Leben der Gemeinschaft teilhaben können. Deshalb ist im Jahr 2011 "Ganz normal anders? Ein Leitfaden für Kirchgemeinden rund ums Thema Mensch und Behinderung" entstanden. Sieben Thesen und ein buntes ABC laden dazu ein, auch Menschen mit Behinderung in den Alltag der Kirchgemeinde zu integrieren.

Menschen mit und ohne Behinderung sollen die Erfahrung von Thomas, einem jungen Mann mit einer Behinderung, teilen können: "In der Kirche begegne ich Leuten, die ich kenne. Das gefällt mir. Kirche gibt eine gute Laune".

Referent des Synodalrates: Iwan Schulthess

Weiterführender Link
Hp KUW 
Trailer Dokumentarfilm «Ein Segen für alle»

Der Leitfaden kann bestellt werden bei:
Reformierte Kirchen Bern-Jura-Solothurn, Zentrale Dienste, Altenbergstrasse 66 Postfach 511, 3000 Bern 25, Telefon 031 340 24 24, zd@refbejuso.ch

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