"Lebensgrundlagen erhalten"

Standpunkt des Synodalrates (2012)

Die Überzeugung, dass die Bewahrung der Schöpfung zu den kirchlichen Kernaufgaben gehört, ist in unserer Kirche tief verwurzelt (vgl. Art. 160 Kirchenordnung). Mit „Bewahrung der Schöpfung“ ist gemeint, die Lebensgrundlagen zu erhalten. Die biblische Begründung findet diese Überzeugung im Auftrag an den Menschen, den Garten Eden zu bebauen und zu bewahren (Gen 2,15).

Berechnungen zum ökologischen Fussabdruck oder auch zur 2000-Watt-Gesellschaft zeigen auf, dass wir in der Schweiz seit Jahrzehnten ökologisch über unsere Verhältnisse leben. Wir übernutzen unsere Lebensgrundlagen. Zu einem grossen Teil ist für diese Situation der hohe Verbrauch an Energie verantwortlich – hauptsächlich fossiler aber auch atomar erzeugter Energie.
Der Synodalrat unterstützt darum das Ziel des Bundesrates und der Berner Regierung, langfristig die 2000-Watt-Gesellschaft anzustreben. Das bedeutet für die Schweiz eine Reduktion des Energieverbrauchs um mindestens zwei Drittel. Dieses Ziel befürworten neben anderen auch «Brot für alle» und der Schweizerische Evangelische Kirchenbund SEK.

Energiepolitik mit dem Ziel der «2000-Watt-Gesellschaft» engagiert sich im Sinn des Evangeliums nachhaltig und glaubwürdig für die Bewahrung der Schöpfung. Die Schweiz mit ihrem hohen Pro-Kopf-Ausstoss an Treibhausgasen steht dabei in besonderer Verantwortung.

Die atomare Katastrophe von Fukushima im Frühjahr 2011 hat zudem klar gemacht, dass auch die Kernenergie keine nachhaltige Lösung für unsere Energieversorgung sein kann. Die Kirchensynode hat darum im Dezember 2011 einer Resolution zugestimmt, die die zuständigen Behörden auffordert, den Reaktor in Mühleberg baldmöglichst stillzulegen.

Bereits in seiner Globalisierungspolicy von 2003 postulierte der Synodalrat eine Senkung der CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990. Die Schweizer Kirchen haben diese Forderung während der Ökumenischen Kampagne 2009 aufgegriffen und seither bekräftigt.

Diese Forderungen sind allerdings nur glaubwürdig, wenn Kirchenleitungen und Kirchgemeinden am gleichen Strick ziehen. Auf allen Ebenen sind wir gefordert, unseren Energieverbrauch zu senken, sei dies durch Erhöhung der Energieeffizienz, sei dies durch Änderung des eigenen Energiekonsums, sei dies durch die Förderung alternativer Energieträger ....

Der Synodalrat ermutigt Kirchgemeinden und Kirchenmitglieder, im Rahmen ihrer Möglichkeiten für die Bewahrung der Schöpfung im Sinne der Bibel einzustehen. Der Verein oeku - Kirche und Umwelt - als kompetenter kirchlicher Partner berät und unterstützt Sie im Auftrag der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn gerne dabei.

Referent des Synodalrates: Stefan Ramseier

Weiterführende Links

Downloads
Globalisierungs-Policy (Seite 20)
Oeku-Leitfaden «Klima schützen und Energie sparen»
SEK-Studie «Energieethik»
SEK-Vernehmlassungsantwort zur Revision CO2-Gesetz