Kirche in Stadt und Land

Dass Nachbarkirchgemeinden zusammen arbeiten und voneinander profitieren können, leuchtet sofort ein. Aber auch Kirchgemeinden, die weit voneinander entfernt sind, können voneinander lernen. Zumindest, wenn sie in ähnlichen Situationen sind. Bern hat andere Themen als Gadmen, Solothurn andere als Wimmis. Aber Gadmen könnte vielleicht von den Erfahrungen von Lauenen profitieren, Wimmis von Mühleberg, auch wenn sie weder nahe zusammen sind, noch genau gleich. Aber sie sind in ähnlichen Situationen angesiedelt. Mitten auf dem Land im ersten Fall, am Rande der Stadt im anderen. Diese Ähnlichkeit in Verschiedenheit hat auch Rolf Sturm von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in seinem  Beitrag an der BEA-Fachtagung 2009 ("Stadtkirche. Landkirche. Wahrnehmungen - Bilder - Ausblicke") immer wieder betont. 

Daher schaffen die Ref. Kirchen Bern-Jura-Solothurn Austauschräume: Ähnliche Kirchgemeinden tauschen ihre Erfahrungen, Fragen und Projekte untereinander aus und profitieren voneinander.

Kirche in der Agglomeration: Impulsveranstaltung "Das mittlere Kind"
Ende November trafen sich über 30 Vertreterinnen und Vertreter aus Kirchgemeinden am Rande der Stadt, um sich Anregungen für ihre anspruchsvolle Arbeit in ihrer Kirchgemeinde in der Agglomeration zu holen.

In seinem Grundsatzreferat lieferte der Architekt und Planer Martin Schneider aus Zürich eine umfassende Analyse der momentanen Herausforderungen in den Agglomerationen. Er konnte dabei auf die Forschungsergebnisse zur S5-Stadt zurückgreifen. Besonders anregend empfanden die Teilnehmenden die Hinweise auf die fliessenden Grenzen, die zunehmenden Pendlerbewegungen und die Idee der AgglOasen, also der Aufwertung von Teilen der Agglomerationen zu Oasen in den Agglomerationen. Hier könnten auch Kirchen als spirituelle Oasen einen Beitrag liefern.

In ihrer "Übersetzung" antwortete Ella de Groot, Pfarrerin aus Muri-Gümligen, mit wertvollen Hinweisen auf neuere Konzepte der Gemeindeentwicklung. Beispielsweise dasjenige der "liquid church", einer "Netzkirche", die vielfältige und flexible Anknüpfungspunkte bietet, welche sich nicht mehr an parochiale Grenzen als Handlungsort hält. Dazu kamen aber auch anregende Gedanken rund um die Themen Beziehungen, Nachbarschaften und Mobilität von Bewohnern der Agglomerations-gemeinden, die schon längst am Sonntag den Gottesdienst im Münster besuchen, am Montag den Literaturclub in Belp und am Dienstag den Chor in Muri.

In den angeregten Gruppendiskussionen und beim anschliessenden Apero konnten Erfahrungen ausgetauscht, Anregungen aufgenommen und neue Bekanntschaften geschlossen werden.


Kirche im Städtchen
In Burgdorf trafen sich Ende November 2010 Kirchgemeinderäte, Pfarrer und Pfarrerinnen und SDMs aus kleinen Städten, um gegenseitig von den Erfahrungen zu profitieren und sich von anregenden Referaten erfahrener Praktikerinnen und Praktiker inspirieren zu lassen. Was sind die Phänomene und Herausforderungen im Städtchen? Warum sind da besonders viele Freikirchen aktiv und was machen wir damit? Warum sollte man gerade im Städtchen auf Generationenarbeit setzen? Und was genau ist ein "marktfähiger Pfarrer"? Eine Zusammenfassung des Gesagten finden Sie in folgenden Dokumenten:

Kirche in der Agglomeration
Was haben Steffisburg, Nidau und Ostermundigen gemeinsam? Alle drei haben einen starken Nachbarn. An einer Tagung am 9. Juni 2010 in Toffen haben sich Vertreter/innen von Kirchgemeinden aus Agglomerationssituationen getroffen. Die Beiträge der engagierten Referenten und einige zentrale Diskussionslinien finden Sie in folgenden Dokumenten: