Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht

Abgewiesene Asylsuchende und Sans-Papiers müssen die Schweiz verlassen. Tun sie dies nicht freiwillig, werden sie unter Umständen in Ausschaffungshaft oder allenfalls Durchsetzungshaft genommen. Die kirchliche Anlaufstelle Zwangsmassnahmen (KAZ) setzt sich für deren Rechte ein.

Kirchliche Anlaufstelle Zwangsmassnahmen Kanton Bern
Die Fachstelle Migration engagiert sich in der kirchlichen Anlaufstelle Zwangsmassnahmen Kanton Bern (KAZ). Diese setzt sich für die Rechte jener unsichtbaren Mitglieder der Gesellschaft ein, die sich in Ausschaffungs- oder Durchsetzungshaft befinden, und fordert gesetzeskonforme Haftbedingungen insbesondere im Regionalgefängnis Bern.
Alle inhaftierten Personen erhalten unmittelbar nach der Festnahme ein Merkblatt in ihrer Sprache, in dem auch auf die KAZ aufmerksam gemacht wird.
Die KAZ entstand in Absprache mit dem Regierungsrat des Kantons Bern und wird von den Landeskirchen und den Jüdischen Gemeinden des Kantons Bern getragen. Die KAZ arbeitet mit der Perspektiven- und Rückkehrberatung des Schweizerischen Rotes Kreuzes zusammen.

Rechtsberatung der KAZ
Die Inhaftierten können mit dem Geschäftsführer der KAZ, Fürsprecher Thomas Wenger, Kontakt aufnehmen und ihre Haftakten überprüfen lassen, um mögliche rechtliche Schritte einzuleiten. Der Geschäftsführer erteilt juristische Auskünfte für Inhaftierte und anderweitig betroffene Personen und vermittelt bei Bedarf einen Anwalt.
Adresse: Kirchliche Anlaufstelle Zwangsmassnahmen Kanton Bern, Postfach, 3001 Bern, Telefon/Fax 031 332 00 50. E-Mail: thomaswenger(at)weibel-wenger.ch

Besuchsdienst für Frauen in Ausschaffungshaft
Die KAZ organisiert auch einen Besuchsdienst für Frauen in Ausschaffungshaft im Regionalgefängnis Bern. Besonders qualifizierte Freiwillige schenken den weiblichen Häftlingen, die oft unter Einsamkeit leiden, jeden Donnerstagnachmittag etwas Zeit und Zuwendung.

Statistik 2016
Im Jahr 2016 waren im Kanton Bern 1078 Personen während 34‘322 Tagen in Vorbereitungs-, Ausschaffungs- oder Durchsetzungshaft. 135 Inhaftierte nahmen mit dem Anwalt der KAZ Kontakt auf. Der Anwalt machte zwölf Besuche bei Gefangenen. Sechs Freiwillige machten zudem insgesamt 40 Besuche bei Frauen in Ausschaffungshaft.


Medienbeiträge über die KAZ
Reformierte Presse, 24.10.2014 (1,3 MB)
«Sonntag» Heft Nr. 10/2014 (1,5 MB)
reformiert. Mai 2012  (1,26 MB) Porträt von Schwester Ursula
Beobacher / vice-versa zwei Erfahrungsberichte

15 Jahre KAZ
Medienmitteilung 2013 über 15 Jahre KAZ  
Beilage 15 Jahre Rechtsdienst   
Beilage 15 Jahre Besuchsdienst

Weitere Informationen
Mathias Tanner (eMail)