Sans-Papiers

Sans-Papiers, ohne Gesicht, aber mit einer Identität!
(Zeichnung: Marius Albrecht)


Menschen ohne Aufenthaltsbewilligung
Sans-Papiers sind Ausländerinnen und Ausländer, die in der Schweiz leben und arbeiten, ohne eine fremdenpolizeiliche Bewilligung zu besitzen. Gemäss Schätzungen sind es 90'000 bis 250'000 Menschen, gut 10% davon sind Kinder. Sie befinden sich in Situationen besonderer Verletzlichkeit – wenn ihre Anwesenheit durch die Migrationsbehörden entdeckt wird, müssen sie mit der sofortigen Ausschaffung rechnen – und können sich deshalb gegen Unrecht schlecht zur Wehr setzen.


Papierlos heisst nicht rechtlos

Sans-Papiers putzen, hüten Kinder, arbeiten auf Baustellen, in Restaurants oder in der Landwirtschaft. Trotz fehlender Aufenthaltsbewilligung stehen ihnen grundlegende Rechte zu: z. B. das Grundrecht auf Nothilfe, auf Heirat, Besuch der obligatorischen Schule, das Recht auf den vertraglichen Mindestlohn, auf eine Krankenversicherung. Sie können diese Rechte aber kaum und nur mit Hilfe von Spezialisten einfordern.


Berner Beratungsstelle für Sans-Papiers

Zwei professionelle Beraterinnen und freiwillig Mitarbeitende bieten im Hochhaus am Effingerstrasse 35 in Bern und an zwei Mittwoch-Nachmittagen pro Monat an der Dufourstrasse 46 in Biel Beratungen und Begleitungen für Sans-Papiers an. Wenn möglich helfen sie bei Härtefallgesuchen. Im Notfall können sie kleine finanzielle Unterstützungen geben. Zudem leistet die Berner Beratungsstelle für Sans-Papiers Sensibilisierungs- und Informationsarbeit.


Unterstützung ist gefragt
Der Verein wird von Kirchen, Hilfswerken, Gewerkschaften und weiteren engagierten Kreisen getragen. Die Berner Beratungsstelle ist auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Mit einem Brief an die reformierten Kirchgemeinden bittet sie diese, Mitglied zu werden, Kollekten durchzuführen oder einen jährlichen grösseren Beitrag zu sprechen. Anfangs September findet der jährliche Solidaritätslauf statt – Läuferinnen und Läufer sind willkommen.
Verein Berner Beratungsstelle für Sans-Papiers, Effingerstrasse 35, 3008 Bern, PC 30-586909-1
IBAN: CH48 0900 0000 3058 6909 1.


Humanisierung des Alltags: Grundrechte der Sans-Papiers respektieren!
Unter diesem Titel veröffentlichte 2004 der von den Landeskirchen und den Jüdischen Gemeinden eingesetzte Beirat seine "Erklärung" zur Situation der Sans-Papiers. Im Zusatzdokument "Handlungsvorschläge" wurde die Einrichtung einer Beratungsstelle in Bern empfohlen (Bestellen: eMail). Bereits im Sommer 2005 konnte eine solche Beratungsstelle eröffnet werden.


Downloads & Materialien
Brief an die reformierten Kirchgemeinden
Erklärung
Handlungsvorschläge


Weiterführende Links
Berner Beratungsstelle für Sans-Papiers
Sans-Papiers Beratungsstellen 
Europäische Seite Sans-Papiers