30 Jahre Fachstelle Migration

Zukunftssymposium fordert Paradigmen-Wechsel

„Die Schweiz braucht eine neue Geisteshaltung“, forderte Martino Mona, Assistenz-Professor am Institut für Strafrecht der Universität Bern am Symposium der Fachstelle Migration vom 23. Oktober: “Heute dürfen Fremde ausnahmsweise da sein. Die neue Haltung müsste sein: jeder und jede hat ein Recht hier zu sein.“ Nächstenliebe heisst für den Juristen und Philosophen denn auch die beständige Anerkennung der Anderen als Gleichberechtigte - als Menschen mit gleichen Rechten." Auch die Psychotherapeutin Rania Bahnan Büechi wünscht sich grundlegende Veränderungen: „Meine Vision ist eine pragmatische und keine ideologische Migrationspolitik. Neuankömmlinge sollen schnell in die Pflicht genommen werden, sich zu integrieren - wir Zugezogenen wissen lange nicht, was von uns erwartet wird.“ Für die Kirche wünscht sich die Stadträtin, dass sie dort tätig wird, wo der Staat nicht kann oder will und dass sie sich am öffentlichen Diskurs beteilige, denn: „Ich bin überzeugt, die Kirche hat eine sinnstiftende Rolle in der Gesellschaft.“ Ob dies so bleibe stellte Martin Baumann, Professor für Religionswissenschaft an der Universität Luzern dahin: “Es ist möglich dass sich die Reformierte Kirche künftig auf die Kernaufgaben Seelsorge und kirchliche Handlungen beschränken müsse." Oder aber die Fachstelle Migration würde eine erweiterte Zielsetzung „Immigration und Zusammenleben“ erhalten. Dorothea Loosli, ehemalige Grossratspräsidentin und Theologin, sieht die Fachstelle vor allem als Brückenbauerin zum Abbau von gegenseitigen Ängsten.

Die Leiterin der Fachstelle Migration, Anne-Marie Saxer, kündigte eine Auswertung des Symposiums an und möchte dabei auch den Input von Jacob Schädelin, pensionierter Pfarrer und Präsident des Vereins Berner Beratungsstelle für Sans-Papiers, einfliessen lassen: “In der Bibel ist Migration eine Methode der Erlösung. Wir beschäftigen uns meist mit dem gelungenen Auszug aus der Knechtschaft, wird der Mensch aber mit dem Einzug ins neue, unbekannte Land befreit?“ fragte Schädelin.

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Referat Rania Bahnan Büechi
Referat Martino Mona
Referat Dorothea Loosli
Referat Martin Baumann
Referat Jacob Schädelin

Visionen Rania Bahnan Büechi
Visionen Martino Mona
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