Äquatorialguinea: ein afrikanischer Sonderfall

Das im Golf von Guinea gelegene Äquatorialguinea stellt im afrikanischen Kontext einen Sonderfall dar. Es ist das einzige spanischsprachige Land Afrikas. Nach der Unabhängigkeit von der spanischen Kolonialmacht (1968) durchlebte das Land eine leidvolle Zeit in einer der gewalttätigsten Diktaturen Afrikas. Trotz formeller demokratischer Strukturen ist die politische Situation bis zur Gegenwart prekär: Ein autokratisches Regime dominiert das wirtschaftliche und soziale Leben, Korruption und Menschenrechtsverletzungen sind weit verbreitet und die Mehrheit der Bevölkerung lebt an der Grenze des Existenzminimums.

Die kleine reformierte Kirche des Landes (Iglesia Reformada Presbiteriana de Guinea Ecuatorial - IRPGE) lebt als Minderheit in einem mehrheitlich katholischen Land. Beziehungen zu Partnerkirchen in der weltweiten Ökumene sind daher für die Kirche lebensnotwenig. Die IRPGE ist seit einigen Jahren Mitglied im Ökumenischen Rat der Kirchen und im Reformierten Weltbund.

Seit 1982 bestehen partnerschaftliche Kontakte zwischen den Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn und der IRPGE. Für die Pflege der Zusammenarbeit hat sich ein Verein mit Sitz in Bern konstituiert, der von der Fachstelle OeME inhaltlich und logistisch begleitet und mit Mitteln der Kantonalkirche finanziell unterstützt wird. Aus dieser Zusammenarbeit sind einige erfreuliche Initiativen und Projekte erwachsen:

  • Durchführung von drei biblisch-theologischen Kursen für Laien und Pfarrer der IRPGE (2000-2003) mit Dozentinnen und Dozenten aus der Schweiz und von Theologischen Fakultäten in Lateinamerika.
  • Aufbau eines Informatikprojekts (Centro Amistad Berna-Bata) durch Computerexperten der Ingenieurschule Biel zur Unterstützung der theologischen und administrativen Arbeit der Kirche. Heute werden in diesem Zentrum Informatikkurse für mehrere Hundert von Schülerinnen und Schülern rund um die Uhr durchgeführt.
  • Unterstützung der theologischen Ausbildung für Pamela Idjabe an der Universität von San José in Costa Rica. Pamela Idjabe ist die erste junge Frau der IRPGE, die mit einem Stipendium ein Theologiestudium absolvieren kann

Kontakt
Susanna Grogg, Präsidentin des Vereins, susanna.grogg@hispeed.ch

Heinz Bichsel, Fachstelle OeME
Altenbergstrasse 66, Postfach, 3000 Bern 22
Telefon: 031 340 24 24 Fax: 031 340 24 25
E-Mail: heinz.bichsel@refbejuso.ch