Glaube braucht Musik

Die Kirche wäre ohne Musik nicht denkbar: Wo Kirche ist, da klingt, musiziert und singt es, in Gottesdiensten, in Jugendgruppen, bei Seniorenanlässen, und das in allen möglichen Formen und Stilen. Musik und Glaube sind Geschwister. Das beginnt schon in der Bibel, wo im Psalter steht: «Singt dem Herrn ein neues Lied» (Psalm 96,1). Martin Luther sagte bei einem Tischgespräch: «Die Musik ist eine Gabe und Geschenk Gottes, sie macht die Leute fröhlich, man vergisst dabei allen Zorn.» Johannes Calvin führte in Genf den Psalmengesang ein, und seither ist das Singen besonders ein Markenzeichen der Reformierten. Und wer kennt nicht die überragende Tradition abendländischer Kirchenmusik, zu der grosse Namen wie Bach, Mozart oder Bruckner gehören - und die bis heute andauert?

Es gibt aber auch eine Not der Musik in der Kirche. Viele haben das Gefühl, gottesdienstliche Musik sei zu sehr auf die Orgel und auf Lieder aus früheren Jahrhunderten verengt. Vielerorts sucht man nach neuen Möglichkeiten, denn man spürt: Heutiger Glaube muss sich auch in zeitgenössischer Musik ausdrücken. Gleichzeitig möchte man die grosse Tradition geistlicher Musik nicht aufgeben. Der richtige Weg zwischen Tradition und Innovation, zwischen Gedächtnis und Weiterentwicklung ist nötig. Will die Kirche mit der Welt Schritt halten, muss sie sich auch den Takt aktueller Musik aneignen.

Aus diesem Grund setzten die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn in den letzten Jahren einen Schwerpunkt bei der Kirchenmusik. In den Gemeinden, auf Tagungen und in Konzerten soll gemeinsam darüber nachgedacht werden, welche Musik in unserer Kirche heute und morgen erklingen könnte.

Rock-, Blues-, Jazz und Metalgottesdienste?

Der Bereich Theologie der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn unterstützt im Jahr 2018 Kirchgemeinden besonders darin, ihr bereits bestehendes musikalisches Angebot auszubauen und bekannt(er) zu machen oder es zu erweitern und neue Musikstile auszuprobieren. Mit einem neuem Teilprojekt «Musikimpulse Popularmusik» soll dem Wunsch nach einer Erweiterung der Musikstile im Gottesdienst entsprochen werden.

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