Rückblick auf die Impulsveranstaltung zur kirchlichen Kinder-, Jugend- und Familienarbeit

Unter dem Motto "Die Kirchliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen stärken" trafen sich am Samstag, 21. Juni 2014 insgesamt sechzig Personen im Kirchgemeindehaus Frutigenstrasse in Thun.
Bericht mit Bildern

Erfolgreiche Projekte - ausgestellt am Runden Tisch 2013

Gut 25 Jugendarbeitende trafen sich im Haus der Kirche, um Erfahrungen auszutauschen. Viele von ihnen brachten Ideen mit: Projekte, welche sie in ihren Kirchgemeinden bereits erfolgreich umgesetzt hatten.

An guten Ideen fehlt es Jugendarbeitenden in der Regel nicht – hingegen öfter mal an der Zeit, diese umzusetzen. Viele von ihnen profitieren deshalb gerne von den Erfahrungen und vom Know-how der Berufskolleginnen und -kollegen.

Der Runde Tisch Jugendarbeit, welcher am 15. März 2013 stattfand, brachte gut 25 Mitarbeitende der kirchlichen und der weltlichen Jugendarbeit zusammen und ermöglichte den Austausch. 13 von ihnen stellten dabei an einem Markt der Ideen verschiedene Projekte vor, die sich bei ihnen bereits bewährt hatten. Geleitet wurde der Anlass von den Jugendbeauftragten der gesamtkirchlichen Dienste, Manuel Münch und Christoph Kipfer.

„Befähigung“ steht im Vordergrund
Darin waren sich die Teilnehmenden am Runden Tisch Jugendarbeit einig: Von Berufskollegen abgucken und „schauen, was in der kirchlichen Jugendarbeit sonst noch so möglich ist“, wie es ein Teilnehmer ausdrückte, ist eine gute Idee. Dennoch: Projekte einfach zu übernehmen, reicht nicht. „Man muss selber begeistert sein von dem, was man anbietet“, betont etwa Pfarrer Reto Beutler aus Utzenstorf, der Hobbysegler ist und seit Jahren erfolgreich Segeltörns für Frischkonfirmierte anbietet.

Es fiel auf, dass häufiger als in früheren Jahren das Stichwort „Befähigung“ immer wieder auftauchte. Heute will Jugendarbeit Kindern und Jugendlichen nicht nur einfach ein Programm anbieten, das sie dann annehmen oder sein lassen können. Junge Menschen wollen heute selber etwas bewirken; Jugendarbeitende sehen sich entsprechend in der Rolle des Coaches und Moderators, der sie berät und unterstützt in ihren Zielen, sich im Übrigen aber im Hintergrund hält.

Anerkennung von der Kirchenleitung
Während einer halben Stunde stand der Projektmarkt auch den Mitarbeitenden im Haus der Kirche offen. Unter den Besuchenden war auch Synodalratspräsident Andreas Zeller, der betonte, wie wichtig die Jugendarbeit sei: „Die Jugend ist zentral für die Zukunft unserer Kirche“. In seinem Grusswort zeigte sich der zuständige Synodalrat Stefan Ramseier beeindruckt von der Vielfalt der Angebote und dankte den Anwesenden für ihren Einsatz.

"Projektmarkt":

Bolligen: Eine Sprache wie der Wind
Im zweiten Weltkrieg setzten die USA für die Nachrichtenübermittlung Navajo-Indianer ein, weil deren Sprache nur wenigen Menschen bekannt war. Verfilmt wurde diese Geschichte im Hollywood-Streifen „Windtalkers“. Die Reformierte Kirchgemeinde Bolligen nahm die Idee im gleichnamigen Surfcamp für ehemalige Konfirmandinnen und Konfirmanden in Südfrankreich auf.

Neben dem Surfen ging es in Diskussionen um eine Sprache, die nur im Zusammenleben erlernt werden kann. Doch wer sie spricht, wird nicht mehr derselbe sein und seinen Mitmenschen auf andere Weise begegnen. Eine solche beziehungs- und lebensverändernde Sprache ist in den Evangelien beschrieben. „Windtalkers“ nimmt Jugendliche mit ihren religiösen Fragen ernst und ermöglicht ihnen so neue Beziehungs- und Glaubenserfahrungen.

Zollikofen: Musical für Kinder
Über 100 Kinder beteiligten sich an der Musical-Woche. An vier Tagen während der Frühlingsferien wurde ein Musical zur Geschichte von David eingeübt und am Ende der Woche aufgeführt. Nicht nur die Kinder, sondern auch viele Eltern beteiligten sich und erlebten so eine neue Art der Gemeinschaft in der Kirche.

Haslital-Brienz: Naturnacht und Wellness
Im Rahmen des Ferienpasses waren Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren eingeladen, eine Nacht im Schlafsack unter freiem Himmel mit einem Nachtessen vom Feuer zu verbringen. Nur an Mädchen richtete sich das Angebot, eine eigene Bodycrème herzustellen und sich gegenseitig zu massieren. Bei beiden Angeboten stand die Gemeinschaft im Vordergrund.

Solothurn: Predigt auf der Leinwand
Filme erzeugen Gefühle und Stimmungen. Im Film-Gottesdienst wird dies genutzt, damit sich die teilnehmenden Jugendlich zu gewissen Fragen Gedanken machen können. Der Input der Leitungsperson zu den gezeigten Filmausschnitten ist nur kurz, viel mehr Raum nimmt der Gedankenaustausch der Teilnehmenden ein.

Viele weitere Projekte
In Stettlen sind die Nutzerinnen und Nutzer des Schülertreffs mitverantwortlich für den Betrieb. Eine Aktion der Fachstellen Jugend der katholischen Kirche stellt die Frage nach Haben und Sein. Frisch konfirmierte Jugendliche aus Utzenstorf erlebten Wind, Meer und Gemeinschaft beim Segeltörn in der Nordsee. In Bern-Bümplitz tauschten Frauen ihre Kleider, statt sie wegzuwerfen. Eine Fackelwanderung, eine Bastel- und Verschenkaktion sowie eine Fotoaktion am Bahnhof lockten im Advent junge Erwachsene in Münsingen. An verschiedenen Orten bietet Roundabout Mädchen und jungen Frauen Streetdance und Geselligkeit. In Zollikofen machten Kinder während einer Woche Zirkus. Jugendliche holen beim Cevi-Projekt Outlook Coaching für ihre täglichen Herausforderungen. In Münchenbuchsee motiviert der Verein Jugendwerk zum freiwilligen Engagement.