Liturgik - mehr als ein Gottesdienstprogramm?

"Eines steht jedenfalls fest: Die Reformierten sind in liturgicis kein einig Volk von Brüdern und Schwestern. Über die rechte Gestalt des wahren, schönen oder züchtigen Gottesdienstes wurde seit je gestritten. (...) In jüngerer Zeit gab es auch Debatten darüber, ob in der Vielfalt der lokalen Traditionen und unterschiedlichsten Formen noch reformierte Identität erkennbar sei." So schreiben Ralph Kunz, David Plüss und Andreas Marti in der Einleitung zum vor kurzem erschienenen Buch: Reformierte Liturgik - kontrovers. 2011 TVZ Zürich. Dieses spannende Buch und auch die vielfältigen Reaktionen auf die Neuausgabe der Taschenliturgie der LGBK (Liturgie- und Gesangbuchkonferenz) zeigen auf: obwohl die Liturgik im reformierten Gottesdienstverständnis eine untergeordnete Rolle spielt, weil die Evangeliumsverkündigung in der Predigt nach wie vor als das Kernanliegen des reformierten Gottesdienstes gilt, ist in der Praxis für die meisten Pfarrpersonen der heutigen Zeit "Liturgie" eben doch mehr als der "Gottesdienstablauf". Die Frage nach Form und Gestalt des Gottesdienstes, nach der gelungenen Verbindung von Wort und Musik, alten und neueren Gebeten sowie anderen Teilen des gottesdienstlichen Feierns wie bekennen, segnen etc. bewegt die Gemüter.

Das von unserer Kirche finanziell unterstützte Kompetenzzentrum Liturgik an der Theologischen Fakultät der Universität Bern fördert und koordiniert Forschung und Lehre in Liturgik, Homiletik, Hymnologie und Kirchenästhetik. Im Blickpunkt stehen reformierte und christkatholische Liturgien in ihren ökumenischen, interreligiösen und interkulturellen Bezügen.

Ein weiterer Partner ist die deutsch-schweizerische Liturgiekommission, die im Auftrag der LGBK liturgische Bausteine erarbeitet. Ihr letztes Werk, die neu überarbeitete Taschenliturgie kann beim Bereich Theologie bestellt werden.