Kirchliche Unterweisung

Der Glaube als Gottvertrauen ist immer ein von Gott gegebenes Geschenk. Er entsteht aber nicht von selbst. Die Menschen müssen die Möglichkeiten bekommen, den Glauben kennen zu lernen, um ihr Herz dem Glauben zu öffnen, den Glauben zu verstehen und den Glauben zu leben. Entsprechend beruht der Glaube auf unseren eigenen Erfahrungen und auf denjenigen anderer Menschen in Gegenwart und Vergangenheit.

Die Aufgabe der kirchlichen Unterweisung besteht darin, Kinder und Jugendliche mit dem christlichen Glauben vertraut zu machen. Eine Kirche, die ihre Kinder tauft, weiss sich dazu verpflichtet, auch für die Glaubensunterweisung der Getauften besorgt zu sein, denn Taufe und Unterweisung waren schon immer eine untrennbare Einheit.

Die kirchliche Unterweisung ist ganzheitlich
In der kirchlichen Unterweisung geht es darum, voneinander im Glauben zu lernen, einander weiterzuhelfen und zusammen zu feiern.

Wenn das «Voneinander im Glauben lernen» fehlt, gibt es letztlich weder einen triftigen Grund für das «Einander weiter helfen» noch für das «Zusammen feiern». Wenn das «Einander weiter helfen« fehlt, fragt man zu Recht nach den Früchten des Glaubens und wird das «Zusammen feiern» als heuchlerisch erlebt.

Wenn das «Zusammen feiern» fehlt, ist das «Voneinander im Glauben lernen» eine kopflastige Spielerei oder gar eine moralisierende Drohbotschaft. Die kirchliche Unterweisung als religionspädagogische, spirituelle und ethische Aufgabe der Kirche verbindet alle drei: Glauben, Solidarität und Feiern.