Aktuelles Kinder und Familien

 

 

Ein ganz gewöhnlicher Singmorgen

Voller Erwartung sitzen die Kinder mit ihren Müttern, Vätern oder Grosseltern im Kreis. «Guete Morge mitenand.« Sofort wird es still.

«Eifach super, dass du da bisch» stimme ich mit der Gitarre an. Begeistert singen alle mit. «Chumm, mir chlatsche mitenand!» übertönt ein vierjähriger Knabe die Gruppe. Er ist schon ein guter Sänger und voll dabei.

Der anschliessende Kniereiter «Aramsamsam» ist der zweite Hit und kaum aus dem Programm wegzudenken. «Amsam» töne es auch zuhause, berichten die Mütter. Lustig geht es zu und her. Nach dem Lied sind alle ein wenig ausser Atem.

Da ruft ein Dreijähriger: «Oh, Äffli gumpe!» Er hat entdeckt, dass sich heute das Affenverslein im Liedordner befindet. Der Knabe hat es sich schon das letzte Mal gewünscht. Doch er muss sich noch ein wenig gedulden. Zuerst kommt das Glocken-Band. Jedes Kind darf sich daran halten und zum Lied: «Glöggliklang» die Glöcklein schütteln. Wir singen zur bekannten Melodie «Jingle bells».

Endlich kommt das Verslein mit den fünf kleinen Äffchen. Ich zeige vor, wie die Äffchen auf dem Bett hüpfen. Eifrig ahmen die Kinder die Gesten nach.

Ganz still wird es, als ich die kleine Trommel hervornehme. Sie geht reihum zum Lied «Jetz spiele mir uf dr Trumele». Nach einer Strophe wandert die Trommel zum nächsten Kind. Das geht ganz gut, nur die ganz Kleinen möchten die Trommel manchmal noch ein wenig behalten. Ich staune immer wieder, wieviel Ausdauer die Kinder haben, und ruhig warten bis sie an der Reihe sind.

Danach ist Bewegung angesagt: Wir klatschen, stampfen, springen, hüpfen, tanzen, jauchzen und rennen umher zum Lied: «I zeige miini Freud mit Singe». Wie schön sind das riesige Gelächter und das Wirrwarr beim Umherrennen! Die Kinder lieben es, wenn die Erwachsenen ihnen nachrennen und versuchen, sie einzufangen. Zum Glück haben wir einen grossen Saal zur Verfügung, so dass genügend Platz für solche Spiele vorhanden ist.

Danach dauert es eine Weile, bis sich die Kinder beruhigt haben und wieder auf ihren Kissen sitzen. «Gott hett di ganzi Wält i sine Händ» singen wir jetzt – ein bekanntes Lied, das ich immer wieder etwas abändere, je nach Jahreszeit. So singen wir im Winter etwa: «Gott hett dr Schnee i sine Händ».
Andächtig beobachten die Kinder anschliessend, wie ich die Engelskerze anzünde. «Um di hesch än Ängel, wo di b’hüete tuet», singen wir. Der Engel geht reihum. «Ups, wer hat denn da die Kerze ausgeblasen?» So etwas passiert schnell, denn die Kinder haben Übung im Ausblasen. Wir üben es oft.

Zum Schluss singen wir uns den Frieden zu mit dem Lied: «Friede wünsch i dir».

Ich leite über zum gemütlichen Teil, einem Znüni mit Zopf und Sirup für die Kinder, sowie Kaffee oder Tee für die Erwachsenen.

Dabei bleibt für die Eltern noch viel Zeit zum Austauschen, während die Kinder sich beim Spielen vergnügen.

Edith Kurz