Forschungsprojekt „Konfirmationsarbeit in der Schweiz“

„Weil das in meiner Familie immer schon so war“ (68%). „Weil ich als Kind getauft worden bin“ (69%). „Um bei der Konfirmation ein grosses Familienfest feiern zu können“ (68%). Das sind drei der Gründe, warum Jugendliche im Gebiet der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn an der Konf-Zeit teilnehmen. Dies erbrachte die breit angelegte Untersuchung unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Schlag von der Theologischen Fakultät der Universität Zürich.

Erstmals wurde in der gesamten Schweiz das Arbeitsfeld Konfirmationsarbeit durch eine grossflächige Untersuchung in den Blick genommen. Die Studie war zudem Teil der 2. Europäischen Studie zur Konfirmationsarbeit. Erste Ergebnisse liegen nun vor, und Thomas Schlag präsentierte sie an den Katechetikkonferenzen. Die folgenden Zahlen beziehen sich auf das Gebiet der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn.

Die Konfirmandinnen und Konfirmanden wurden im August 2012 zu Beginn des Konf-Jahres und kurz vor der Konfirmation im Frühling 2013 befragt. Im Rückblick hatten 79% von ihnen „insgesamt eine gute Zeit“, und 79% erlebten „gute Gemeinschaft in der Gruppe“. Über Gott und Glauben haben 56% mehr erfahren, 36% wurden im Glauben gestärkt, 46% erfuhren mehr über andere Religionen, und 51% haben die reformierte Kirche besser kennen gelernt.

Die kantonalen Ergebnisse auf einen Blick (PDF)

Positiv  ist zu werten, dass es durchwegs gelungen ist, das Interesse der Jugendlichen an religiösen Themen zu vergrössern - wenn die Zahlen auch durchaus und wohl auch altersentsprechend relativ bescheiden bleiben. Interessierten sich vor dem Konf-Jahr beispielsweise 19% für die Bibel, so sind es vor der Konfirmation 29%. Das Interesse an Jesus Christus stieg von 29% auf 41%, jenes an der Kirchgemeinde von 19% auf 28%. An der Taufe waren vor der Konf-Zeit 49% und danach 54% interessiert, beim Abendmahl waren es 22% bzw. 29%. Das Interesse an Gerechtigkeit und Verantwortung für andere stieg von 47% auf 61%.

Übrigens. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden sind mit den Hauptverantwortlichen der Konf-Zeit, also der Pfarrerin oder dem Katecheten, zu 72% zufrieden… umgekehrt machen diese zu 92% die Konfirmationsarbeit gerne, nur 9% von ihnen möchten sie lieber abgeben.

Im Gebiet der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn nahmen bei der ersten Befragung 2012 insgesamt 76 Kirchgemeinden, 1533 Konfirmandinnen und Konfirmanden sowie 139 Mitarbeitende teil. Bei der zweiten Befragung 2013 waren 69 Kirchgemeinden, 1358 Konfirmandinnen und Konfirmanden sowie 122 Mitarbeitende beteiligt.  

Die Studie läuft noch weiter: Im Frühling 2015 werden jene (ehemaligen) Konfirmandinnen und Konfirmanden nochmals befragt, die dazu vor der Konfirmation ihr Einverständnis gegeben hatten.
 

Download


Weiterführender Link
Prof. Dr. Thomas Schlag, Universität Zürich